>COMICS » Review
Garulfo: Vom Regen in die Traufe
Verlag: Splitter Verlag
Autor/Zeichner: Alain Ayroles/Bruno Maiorana
ISBN: 978-3-86869-046-0
Umfang: 104 Seiten
Garulfo ist ein Frosch mit großen Ambitionen. Zwar ist er in einem hübschen Teich zu Hause, sein bester Freund Fulbert ist ein Erpel, mit dem Garulfo über Gott und die Welt reden kann und bei dem sorglosen Leben, dass der grüne Hüpfer führt, sollte er eigentlich vollständig zufrieden sein.
Trotzdem meckert Garulfo über sein langweiliges Leben und sehnt sich nach etwas, dass auch für gewisse Meerjungfrauen erst einmal unerreichbar scheint: Die Welt der Menschen übt einen unwiderstehlichen Reiz auf den gerade mal fünf Zentimeter großen Frosch aus.
Als Garulfo an einem schlechten Tag der Kragen platzt, geht er einen Handel mit der Hexe Malcruella, die er für eine Fee hält, einen Handel ein. Der Deal: Garulfo bekommt seinen Willen und wird durch den Kuss einer Menschenfrau zum männlichen Pendant, dafür erfüllt er der Hexe einen Wunsch, sobald er geheiratet hat – wer das für eine dumme Idee hält, soll Recht behalten…
Als Garulfo kurze Zeit später den ersehnten Schmatzer aufgedrückt bekommt, wird er tatsächlich um einiges größer und menschlicher. Überglücklich schnappt er sich Pipa, die Magd, die er ganz naiv für eine Prinzessin hält und rennt mit ihr zum nächstgelegenen Schloss, um sie zu heiraten…
Märchen für alle
Alain Ayroles scheint ein Faible für Epochen der Renaissance zu haben. Bekannt geworden durch die Kultreihe „Mit Mantel und Degen“ wendet er sich nun wieder den sprechenden Tieren zu, in diesem Fall alles was auf Wald und Wiesen so herumläuft. „Garulfo“ ist der sehr charmante Start einer Geschichte, in der der alternative Froschkönig durch seine Naivität in eine Menge Schwierigkeiten schlittert, aber der eigentliche Clou das Zusammenspiel von Unwissen und den dunklen Seiten der Menschen ist. So können Garulfo und Pipa z.B. nur in das Schloss gelangen, weil der König denkt, die Magd wäre das Ergebnis von seinen zahlreichen Seitensprüngen und diese nicht an die Öffentlichkeit gelangen dürfen.
Die hervorragenden, detailverliebten Zeichnungen von Bruno Maiorana bringen genau die richtige Portion Märchenflair rüber, bei denen vereinzelt ein paar Körperhaltungen auf den ersten Blick seltsam wirken. Der Qualität tut dies jedoch keinen Abbruch, „Vom Regen in die Traufe“ ist ein sehr gelungener Start für die dreiteilige Geschichte über die grüne Amphibie.






