>FILM » Kino » Review
Kampf der Titanen
Verleih: Warner Brothers
Land/Jahr: USA 2010
Regie: Louis Leterrier
Darsteller: Sam Worthington, Liam Neeson, Ralph Fiennes
FSK: Ab 12 Jahren
Laufzeit: ca. 118 Min.
Genre: Action
Langsam aber sicher mausert sich Newcomer Sam Worthington zum neuen Helden des Actionkinos. Einige Kinogänger wurden auf ihn in der Rolle von Marcus Wright in „Terminator: Salvation“ aufmerksam, dem breiten Publikum wurde Worthington spätestens mit James Camerons Blockbuster „Avatar“ als Jake Sully zugänglich. Die Rolle, die der Australier im Quasi-Remake des Ray Harryhausen-Klassikers von 1981 übernimmt, ist niemand anderer als Perseus, ein Halbgott, der nicht besonders gut auf seine Familie zu sprechen ist.
Gerade als der inzwischen erwachsene Perseus seinem Adoptivvater Spyros gesteht, dass sich alles, was er in seinem Leben braucht, auf dem Familien-Boot befindet, ist auch schon Schluss mit dem langjährigen Idyll: Ein paar Bewohner der Küstenstadt Argos beschließen, dass sie keine Götter mehr brauchen, zerstören eine riesige Statue von Göttervater Zeus (Liam Neeson) und bekommen daraufhin vom Hades (Ralph Fiennes), dem Herrscher der Unterwelt, eins auf den Deckel. Dabei geht allerdings auch Perseus Kutter die Luft aus und das Wrack reißt seine Familie mit sich auf den Grund des Meeres.
Das Ergebnis ist nachvollziehbar: Perseus braucht die Götter noch weniger als zuvor, die Götter allerdings ihre Gläubiger. Um wieder gemocht zu werden erlaubt Zeus Hades, die Bewohner von Argos vor eine Wahl zu stellen: Entweder sie opfern Königstochter Andromeda oder die gesamte Stadt wird nach einer Wartefrist von zehn Tagen von Hades Kraken zerstört – ein hervorragender Plan, Erpressung gilt ja seit der Antike als das Wirksamste aller diplomatischen Mittel...
Und weil Perseus sowieso gerade stinkig ist und vor den Eltern von Andromeda als Halbgott geoutet wurde, macht er sich nach einem Tipp von Halbgöttin Io (Gemma Arterton) mit ein paar Söldnern auf den Weg, um von den drei Stygischen Hexen zu erfahren, wie der Kraken aufgehalten werden kann
Damals war das anders
„Kampf der Titanen“ als komplettes Remake des gleichnamigen Films von 1981 zu bezeichnen, wäre schlichtweg falsch. In den Grundzügen lässt sich das Original durchaus wieder erkennen, aber nur weil sich Perseus mit dem verfluchten Calibos, Medusa und riesigen Skorpionen anlegt, wurden nicht auf massive inhaltliche Umstrukturierungen verzichtet. Allem voran das viel zu oft von Perseus erwähnte Motto namens „Ich brauche keine Götter“.
Da sich die Wege von Zeus und Co. in den ersten 30 Minuten des Films tatsächlich nicht nachvollziehen lassen, schleicht sich schnell der Verdacht ein, dass sich Hollywood zu einem Lehrstück in Sachen „Ohne Glauben bist du nichts“ hat hinreißen lassen. Und so kuckt Sam Worthington jedes Mal äußerst angesäuert, wenn er auch nur ansatzweise göttlich Hilfe annehmen soll und schnetzelt sich mürrisch von einem computeranimierten Kampf zum nächsten, ohne jemand anderen zu brauchen als sich selbst.
Da kann auch die Söldnerschar nicht helfen, die im weiteren Verlauf noch durch zwei überflüssige Monsterjäger, ein seltsames Jinn-Wesen und einen schwarzen Pegasus erweitert wird. Letzterer kann scheinbar die Faktoren Geschwindigkeit, Entfernung und Zeitaufwand außer Kraft setzen, ansonsten wäre die Bewältigung einer eigentlich ewig langen Strecke in wenigen Minuten eher ein Logikfehler als Superkraft.
Drei Dimensionen sind eine zu viel
„Kampf der Titanen“ kann für seine Länge unterhalten. Es ist reines Popcorn-Kino mit teils fehlender Logik (so kommt z.B. im ganzen Film kein einziger Titan vor), nimmt sich viel zu ernst und glänzt mit schlicht blöden Dialogen, aber da wo Action gefragt ist, wird sie auch geliefert. Ein Auge sollte man allerdings schon zudrücken können, denn Perseus Anti-Olymp-Einstellung kann schnell gehörig nerven.
Auch wenn das 3D-Feature von „Kampf der Titanen“ auf jedem Plakat und jeder Werbung präsent ist, lohnt es sich nicht, die zusätzliche Gebühr für eine entsprechende Brille auszugeben. Die Effekte funktionieren ebenfalls in 2D und wirklich anders sieht eine flache Steppe in 3D nicht aus.






