>GAMES » Review » Xbox 360
Halo 3: ODST
Publisher: Microsoft
System: Xbox 360
Genre: First-Person-Shooter
USK: Ab 18 Jahren
Der vierte Teil der „Halo“-Saga lässt noch ein wenig auf sich warten. Um die Zeit bis zum Release von „Halo: Reach“ zu überbrücken bringt Bungie das ursprünglich als Add-On geplante „Halo3: ODST“ als eigenständiges Spiel auf den Markt.
Beef ohne Chief
Die Geschichte von „Halo3: ODST“ ist zeitlich parallel zu den Ereignissen von „Halo 2“ angesetzt. Die Allianz hat die Stadt Neu-Mombasa überfallen und der Master Chief ist wegen der außerirdischen Invasoren unabkömmlich. Eine Einheit der sogenannten „Orbital Drop Shock Trooper“ steht bereit, in den Konflikt einzugreifen, doch etwas geht schief. Der Abwurf der Truppe aus dem im Orbit kreisenden Schiff wird von einem feindlichen Kreuzer gestört, was die vier Mitglieder auf ihrem Weg Richtung Erde gehörig aus der Bahn wirft. Der Spieler übernimmt die Rolle des Rookies in der versprengten Spezialeinheit, der sich sogleich auf die Suche nach seinen verschollenen Kameraden macht.
Vier gewinnt
Dass der Master Chief in „Halo 3: ODST“ abwesend ist und man zur Abwechslung einen „normalen“ Soldaten in die Schlacht gegen die Allianz schickt, wirkt sich vor allem spielerisch aus. Vorbei sind die Zeiten spontaner Selbstregeneration, in „ODST“ kommt die gute alte Lebensanzeige samt Medipacks wieder zum Einsatz. Mit entsprechend angepasster Taktik gilt es, das arg mitgenommene Neu-Mombasa gegen die Alien-Eindringlinge zu verteidigen. Das Waffenarsenal ist praktisch mit dem des Vorgängers identisch, neu sind lediglich die Feuergranaten sowie ein modifiziertes Maschinengewehr. Etwas mehr Mut hat Bungie im Bereich Storytelling bewiesen. Auf den Straßen Neu-Mombasas, das als eine Art Hub fungiert, finden sich allerlei Gegenstände, die auf den Verbleib eines Kammeraden hindeuten. In verschiedenen Flashbacksequenzen, die gleichzeitig die Missionen erläutern, wird aufgedeckt, wie es den verbliebenen drei „ODST“-Soldaten ergangen ist.
Die Singleplayer-Kampagne ist mit einer Spielzeit von knapp fünf Stunden recht kurz geraten. Sie lässt sich jedoch auch im CoOp online mit bis zu drei Mitspielern gleichzeitig bestreiten. Auch sonst legt „ODST“ großen Wert auf die Multiplayer-Komponente. Auf der zweiten Disc befindet sich der komplette Online-Modus von „Halo 3“ inklusive aller bisher erschienenen Zusatzkarten. Xbox-Live-Nutzer können sich so auf 24 Maps in diversen CoOp- und Competitive-Modi austoben.
Halo 3.1
Dass „Halo 3: ODST“ eigentlich ein Add-On werden sollte, merkt man dem Spiel an. Die Feuergefechte lassen sich zwar Bungie-typisch perfekt steuern und auch grafisch macht der Titel in einigen Levels etwas her, doch der Spaß ist für Einzelspieler zu früh vorbei. Onlinemodi wie „Feuergefecht“, in dem zu viert Wellen von Gegnern aufgehalten werden müssen, machen in trauter Runde eine Menge Spaß. Darüber hinaus gibt es allerdings nicht viel Neues. Die Idee, die Geschichte über Flashbacks zu erzählen ist nett, nur bleibt die Story „ODST Halo“-Neulingen komplett verschlossen, da man ohne Einführung sofort ins Geschehen geworfen wird. Ganz in der Tradition früherer „Halo“-Teile, ist auch bei „ODST“ die deutsche Synchronisation wieder einmal in die Hose gegangen, was vor allem im Hinblick auf die brillante englische Vertonung schmerzt.






