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Dante's Inferno
Publisher: Electronic Arts
System: Xbox 360,
Genre: Action/Rollenspiel
USK: Ab 18 Jahren
Wenn Electronic Arts uns dieser Tage „Fahr zur Hölle!“ zuruft, ist das nett gemeint: Die Spieleschmiede schickt Zocker mit „Dante's Inferno“ auf einen wahren Höllentrip. Als Inspiration für das bildgewaltige Actionspektakel diente nicht weniger als ein Standardwerk der Weltliteratur: Dantes Göttliche Komödie, oder genauer gesagt, deren erster Teil, Inferno.
Dass diese Interpretation der literarischen Vorlage recht eigenwillig ist, versteht sich quasi von selbst, schließlich handelt es sich bei „Dante's Inferno“ nicht um ein Educational Game für leseschwache Schüler, sondern um infernalische Action, die auf dem Cover mit „100% Uncut“ beworben wird. Dank des immensen Bodycounts und tonnenweise Blut hat der Titel daher auch eine USK-Einstufung ab 18 Jahren bekommen.
Liebesgeschichte, mit Blut geschrieben
Trotz infernalischen Gemetzels ist Dante´s Inferno im Kern eine Liebesgeschichte: In der Rolle des Kreuzritters Dante kämpft sich der Spieler durch die neun Kreise der Hölle, um seine Geliebte Beatrice aus den Klauen der Unterwelt zu retten. Was das Gameplay angeht, ist „Dante's Inferno“ vor allem dem Hack´n´Slay-Genre zugehörig, denn die meisten Höllenfürsten und Schergen mäht der Spieler in Third Person-Perspektive mit seiner Todessense.
Das ganze ist aber – dank opulenter Grafik, beeindruckender Zwischensequenzen und einem pathetischen Soundtrack, der klingt als wäre da tatsächlich ein Chor gefallener Engel am Trällern – so faszinierend umgesetzt, dass selbst Genre-Gegner sich für das Game erwärmen können. Zumal das simple Hack´n´Slay-Prinzip erfreulicherweise durch allerlei Abwechslung ergänzt wird. Beispielsweise kleine Rätsel a la „Tomb Raider“ (Schiebe die Kiste an die richtige Stelle, um eine Anhöhe zu erklimmen) oder Quicktime Events, bei denen es gilt, im richtigen Moment die eingeblendete Taste zu drücken. Außerdem kann Dante, wie in RPGs üblich, im Verlauf des Spiels seine kämpferischen und magischen Fähigkeiten nach individuellen Wünschen erweitern. Dazu sammelt er Höllenobjekte, Beatrice-Steine, Seelen, Sphären, Silberlinge und Reliquien.
Teuflisch gut gemacht!
Immer wieder taucht im Spiel der Dichter Vergil auf, der dem Spieler zwar nicht mit Tat, immerhin aber mit Rat zur Seite steht. Das ist auch gut so, denn der Weg durch die Hölle ist gepflastert mit fiesen Kreaturen jeglicher Größe und Kampfstärke, die sich Dante in den Weg stellen. Vor allem die Boss-Gegner halten wagemutige Höllenforscher auf Trab, denn sie sind nicht einfach durch Messerstechereien zu bezwingen, sondern haben nur bestimmte Schwachstellen, die es herauszufinden gilt.
Besonders viel Spaß macht es, wenn einem gelingt, den Rücken einer gigantischen Bestie zu erklimmen. Wird Dante so zum Monster-Reiter, kann er die feuerspeiende und um sich schlagende wilde Kreatur steuern. Auf seiner Reise durch die jenseitige Welt begegnet der Spieler neben unzähligen Albtraum-Wesen auch diversen historischen Persönlichkeiten und Sagengestalten, über die man in Dantes Tagebuch genaueres lesen kann – da soll noch mal einer behaupten, man könne in Actionspielen nichts fürs Leben lernen!
Das Teufelswerk von EA ist höllisch gut inszeniert und lehrt mit seiner morbiden Kulisse selbst eingefleischten Actionfans das Fürchten.







