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Dark Void
Publisher: Capcom Europe
System: PC / PS3 / Xbox 360
Genre: Action-Shooter
USK: Ab 16 Jahren
Mit „Dark Void“ eröffnet Hersteller Capcom sein neues Jahrzehnt. Doch hält der Science-Fiction-Shooter um Raketenmann Will das Versprechen innovativer Elemente in einzigartigem Rahmen?
Das Bermudadreieck schluckt Pilot Will Grey samt seiner Partnerin und spuckt sie in einer anderen Dimension aus. Eben noch im Jahr 1938 findet sich das Paar im Paralleluniversum „The Void“ (dt.: die Leere) wieder. Auf ihrem Weg durch wildes Land stoßen die zwei auf feindliche Aliens, die ohne Umschweife auf sie schießen. Wer sind diese roboterähnlichen „Watcher“, deren technischer Fortschritt dem ihren so weit voraus ist? Fragen die sich stellen, als ihnen in einem Eingeborenendorf auch noch Nikola Tesla begegnet. Der kroatische Erfinder und Elektro-Ingenieur sitzt schon seit längerem hier fest und hat ein Jetpack gebaut, das er Will und seiner Begleiterin mit schelmischem Lächeln auf die Schultern setzt.
Gib dir die Kante
Was völlig hanebüchen klingt, ist es auch. Also Story beiseite und auf ins Spiel. Nach langwierigem Rennen durch dschungelartige Vegetation und Scharmützeln mit umherstreifenden Blechmännern darf Will, den der Spieler aus der Verfolger-Perspektive steuert, endlich etwas Besonderes machen: fliegen bzw. vorerst nur schweben. Denn wenn auch im weiteren Verlauf von „Dark Void“ sein Jetpack zum 100-prozentigen Fluggerät aufgewertet wird, gibt es zunächst das Sparpaket. Mit ihm kann er umher düsen, hohe Sprünge abbremsen und an zuvor unerreichbare Plattformen gelangen. Hier kommt der von Entwickler Airtight Games viel beschworene „vertical combat“ zum Einsatz. Blickt Will an eine über ihm stehende Kante, erreicht er sie mit einem Satz und nutzt sie als Deckung. Weiter nach oben oder unten gelangt er auf dieselbe Weise. Doch auch die Aliens können den Trick und leisten sich mit Will Ballergefechte kopfüber in die Tiefe.
Gähnende Abgründe und müde Action
Die Veröffentlichung von „Dark Void“ war ursprünglich für 2009 geplant. Ob das Spiel aus Qualitätsgründen verschoben wurde, ist nicht ersichtlich, betrachtet man das Endresultat dieses unterm Strich misslungenen Innovationsversuchs. Was eine Mischung aus Luftkämpfen à la „Crimson Skies“ und Bodengefechten im Stile von „Gears of War“ werden sollte, ist ein grafisch veralteter und spielerisch einschläfernder B-Spiel-Shooter geworden. Gegner, die wie hirnlose Schießbudenfiguren im festen Takt die Rübe hinhalten, motivieren ebenso wenig wie die spärlichen Bossgegner zu längeren Spielsitzungen. Was Airtight Games jedoch hinbekommen hat, ist die Steuerung: Der Übergang von der Horizontalen in die Vertikale ist geschmeidig und verleiht den öden Kämpfen ein wenig mehr Charme. Auch die Flugpassagen sind sauber gemacht, allein die Zielvorrichtung könnte genauer sein. Trotz Jetpack und Vertikalkampf schafft es das Spiel in seinen acht Stunden Dauer aber nicht, über den Durchschnitt hinauszuwachsen. Zu eintönig, ermüdend und tausend Mal zuvor erlebt ist die Action am Boden, die den größten Teil dieses enttäuschenden Sci-Fi-Shooters ausmacht.







