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No More Heroes 2: Desperate Struggle
Publisher: Koch Media GmbH
System: Wii
Genre: Action
USK: Ab 18 Jahren
Wer sich für ziemlich alternative Spiele auf dem Nintendo DS, der Wii oder der PlayStation 2 interessiert, wird wahrscheinlich schon von Gamedesigner Suda51 gehört haben. Dieser tauchte in Deutschland zum ersten Mal mit dem abgefahrenen GameCube und PS2 Titel „Killer7“ auf, das mit einigen Traditionen brach und nur so vor abgedrehten Szenarien strotzte. Diese gewagte Mischung richtete sich erwartungsgemäß an eine kleine Gruppe von Hardcore-Zockern, hat sich seine Fangemeinde aber bis heute bewahren können. Mit „No More Heroes“ erschien 2008 ein ebenso abgedrehter, aber massentauglicher Titel für die Wii, der so erfolgreich wurde, dass er das erste Projekt von Suda51 ist, das jetzt einen Nachfolger bekommt.
Touchdown in Destroy
Vor zwei Jahren prügelte sich Anime-Fan Travis Touchdown mit einem im Internet ersteigerten Lichtschwert an die Spitze der United Assassin Association und wurde so zum weltbesten Killer. Das klingt seltsam? War es auch, aber auf äußerst kreative und einzigartige Weise. Zwei Jahre später kehrt Travis in seine Heimatstadt zurück, um den Mord an seinem besten Freund zu rächen. Dummerweise ist Travis selbst daran schuld, dass das Killer-Business zum Mainstream geworden ist: Seine Geschichte hat Tausende anderer Nerds inspiriert, die sich jetzt ebenfalls die Rübe einschlagen. Und mittendrin metzelt der Held von „No More Heroes 2“, der sich erneut vom Ende der Rangliste nach vorne kämpfen muss, um seinen Kumpel zu rächen – dessen Killer ist nämlich ganz zufällig die derzeitige Nummer 1…
Erfolgreiches Gefuchtel
Wer Travis bei seiner ersten Killerparade unter die Arme gegriffen hat, wird sich bei der Steuerung in „No More Heroes 2“ ohne weiteres zu recht finden. Mit A und B schlägt bzw. tritt der Nerd zu, nachdem Gegner ordentlich einstecken mussten, können sie mit einer schnellen Bewegung der Wiimote geköpft oder halbiert werden. Dazu gibt es übertrieben viel Blut zu sehen, im Gegensatz zum ersten Teil wurde das Blut in „No More Heroes 2“ nicht durch Asche ersetzt. Zusätzlich kann Travis seine Wrestling-Idole kopieren und so in Quicktime Events besonders hart austeilen.
Aber auch ohne die verschiedenen Moves bieten sich zig Möglichkeiten, Combos auszuteilen, Superschläge aufzuladen oder durch Gewinne an einer kleinen Slotmachine am unteren Bildschirmrand flächendeckende Verwüstung anzurichten. Neu ist die Auswahl an unterschiedlichen Lichtschwertern, die sich nicht nur durch Angriffsstärke unterscheiden, sondern ihren ganz eigenen Steuerungsstil haben.
Zwischen den einzelnen Bosskämpfen kann sich Travis in Santa Destroy mit einem Haufen Nebenmissionen und Minigames die Zeit vertreiben. Da es in „No More Heroes 2“ nicht mehr nötig ist, eine Prämie für weitere Storymissionen zu zahlen, kann die durch Angebote in der Stadt verdiente Kohle für Verbesserungen des Laserschwerts, neue Klamotten oder Sammlereditionen von Travis Lieblingsserie ausgegeben werden (vollkommen überzogenes Zeichentrick-Intro inklusive).
Action vom anderen Stern
Wie mit seinen vorherigen Werken hat Suda51 mit „No More Heroes 2“ ein Spiel geschaffen, das komplett auf einen konventionellen Ablauf pfeift. Ständig reden die Figuren direkt mit dem Spieler, die Kämpfe sind an Stil schwer zu überbieten und grandiose Brüche im Stil machen diesen Wii-Titel zu einem ganz besonderen Tipp für Fans des etwas abgehobenen Spielgefühls. Unterstützt wird der schräge Auftritt von für Wii-Verhältnisse hervorragender Grafik und trashigen, aber passenden Sprechern. Wer aus Nintendos aktueller Konsole einen einmaligen Trip heraus holen möchte, sollte ohne zu zögern zuschlagen.






