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Logitech Flight System G940
Hersteller: Logitech
Preis: ca. 300 Euro
Erscheinungstermin: Bereits im Handel
Seit es Computerspiele gibt, erfreuen sich Flugsimulationen großer Beliebtheit. Auch wenn der Markt in den letzten Jahren geschrumpft ist und sich spezialisiert hat: die Leidenschaft für Flugsimulatoren ist ungebrochen. Um sein Luftfahrzeug auch angemessen steuern zu können, bedarf es allerdings professioneller Peripheriegeräte.
Fliegen wie die Profis
Wer sich möglichst Lebensecht in den digitalen Himmel schwingen will, benötigt professionelles Equipment: Steuerknüppel, Gashebel und Ruderpedale. Das Angebot für derlei Hardware ist leider ziemlich übersichtlich. Da freut es die Pilotenseele, wenn ein namhafter Hersteller von Gaming-Hardware ein neues System auf den Markt bringt.
Das G940 ist ein voll funktionsfähiges sog. HOTAS-System. „HOTAS“ steht für „Hands on Throttle and Stick“ (wörtlich: „Hände an Gashebel und Steuerknüppel“). In den 70er Jahren vom US-Militär konzipiert, soll der Pilot möglichst wenig die Hände von Gashebel und Knüppel nehmen müssen, um sein komplexes Fluggerät zu bedienen. Getreu dieser Philosophie kopierte Logitech die Steuerelemente, wie man sie in einem modernen Kampfflugzeug finden kann.
Alles im Griff
Der Joystick ist mit mehreren Knöpfen, einem Mini-Joystick und einem Vier-Wege-Schalter versehen, die alle einzeln programmiert werden können. Damit lässt sich zum Beispiel der Cursor des Bordradars bewegen, oder die Sicht verändern. Der Hauptfeuerknopf ist „double action“, d. h. man kann zwei Funktionen auf denselben Button legen. Beispielsweise wenn ein Jagdflugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg sowohl mit Bordkanonen als auch Maschinengewehren ausgestattet ist, lassen sich mit dem ersten „Abzug“ nur die Maschinengewehre abfeuern; zieht man den Knopf voll durch, feuern dann alle Waffen gleichzeitig. Darüber hinaus verfügt der Joystick auch noch über zwei Trimmräder, die sich stufenlos verstellen lassen.
Das Besondere jedoch ist die Force-Feedback-Unterstützung (die erste bei einem kompletten Flight System); diese lässt den virtuellen Piloten die Kräfte fühlen, welche auf die Steuerflächen des Fluggeräts einwirken. Und das ist eine enorme Verbesserung des subjektiven Fluggefühls, das ja bei der Simulation am Schreibtisch immer zu kurz kommt.
Der Gashebel ist geteilt, so dass eine gezielte Ansteuerung der einzelnen Triebwerke bei mehrmotorigen Flugzeugen möglich ist. Zusätzlich zu einem weiteren Mini-Joystick und einem Acht-Wege-Kippschalter sowie verschiedenen Knöpfen ist er auch mit zwei Trimmrädern versehen worden, die auch wieder mit praktischen Funktionen belegt werden können. Zum Beispiel kann man die Bedienung der Schwenkflügel einer F-14 auf eines dieser Trimmräder legen.
Zusätzlich zu all diesen Rädern und Schaltern hat Logitech dem Gashebel auch noch acht programmierbare Tasten spendiert, die verschiedene Funktionen im Cockpit eines Flugzeugs simulieren sollen, wie zum Beispiel die Bedienung der Klappen oder des Fahrgestells. Diese Tasten sind Hintergrundbeleuchtet. Die geplante Funktion, die Knöpfe je nach Bedienungszustand (also zum Beispiel Fahrwerk ein- oder ausgefahren) farbig anzuzeigen, funktioniert indes (noch) nicht. Logitech möchte dieses aber per Software-Update schnellstmöglich nachliefern. Es liegen auch noch etwa hundert Papierschildchen bei, teilweise bereits beschriftet, die man unter die Funktionstasten legen kann. Auf diese Weise erinnert man sich stets an die programmierte Funktion. Für eigene Makros liegen auch Blanko-Schildchen bei, die man dann selbst beschriften kann.
Die Ruderpedale – unerlässlich wenn man Helikopter oder Kleinflugzeuge fliegen möchte – verfügen wie beim Original über Zehenbremsen, um authentisches Handling am Boden zu simulieren. Die Härte der Zentrierfeder lässt sich per Rad stufenlos auf die persönlichen Vorlieben einstellen.
Für Einsteiger und Profis
Das G940 wurde mit Microsofts „Flight Simulator X“, „Black Shark“, „Lock On: Modern Air Combat“ und „Falcon 4: Allied Force” getestet. Bei all diesen Flugsimulatoren funktionierte das System einwandfrei. Für den Flight Simulator hatte Logitech bereits ein Profil in seiner Software integriert.
Einzige kleine Kritikpunkte wären, dass die Trimmräder nicht in der Nullstellung „einrasten“, man kann also nicht erfühlen, dass sie in der neutralen Position sind. Zwar sind farbige Markierungen angebracht, aber man muss die Augen von den Instrumenten nehmen, um die Stellung überprüfen zu können. Weiterhin wäre es schön gewesen, die Ruderpedale in der Breite verstellen zu können.
Alles in allem hat Logitech hier ein echtes Prachtstück auf den Markt gebracht, dass nicht nur solide verarbeitet ist, sondern zudem als einziges HOTAS mit Force Feedback ausgestattet ist. Wer zuvor noch nie mit einem HOTAS „geflogen“ ist, wird danach nie wieder zurück wollen. Und für alle diejenigen, die schon mit einem Flight System ausgestattet sind, dürfte die Force-Feedback-Unterstützung ein großer Kaufanreiz sein. Dieser Tester jedenfalls möchte nicht mehr ohne „rütteln“ fliegen.





